Antisemitismus im Sport – Vortrag von Alex Feuerherdt

Post on August 23rd, 2011 in Rückblick

In Berlin grölt bei einem Kreisligaspiel eine Gruppe Rechtsradikaler unentwegt antisemitische Parolen, und weil der Schiedsrichter sie geflissentlich überhört, verlassen die Spieler des jüdischen Klubs Makkabi schließlich unter Protest den Platz. In Wurzen verwandeln Jugendliche ein Jugendfußballspiel am „Vatertag“ in eine Neonazi-Demonstration. In Halle rufen einheimische Zuschauer mehrfach in beleidigender Absicht „Juden Jena“ in Richtung der Gästespieler; auch hier bleibt der Schiedsrichter untätig. In den Niederlanden beschimpfen Fans von Feyenoord Rotterdam das Präsidium des Clubs als „Judenvorstand“; bei Spielen des als „Judenklub“ verunglimpften Erstligisten Ajax Amsterdam imitieren gegnerische Anhänger mit Zischgeräuschen das Ausströmen von Gas.

Und das sind nur einige wenige Beispiele für Antisemitismus im Sport. Doch dieser Antisemitismus kommt nicht nur in Beleidigungen und Ausschreitungen zum Ausdruck, sondern auch auf eine andere Art und Weise: Immer wieder sind Sportler und Mannschaften aus Israel von Boykotten oder Boykottaufrufen betroffen, insbesondere dann, wenn ihre Gegner aus arabischen und/oder islamischen Ländern kommen. So weigerte sich beispielsweise der iranische Judo-Weltmeister Arash Miresmaeili, bei den Olympischen Sommerspielen 2004 gegen den Israeli Ehud Vaks anzutreten. Gelegentlich können israelische Sportler sogar nicht einmal an Wettkämpfen teilnehmen, weil ihnen die Einreise verweigert wird – wie der Tennisspielerin Shahar Pe’er, die Anfang 2009 von den Behörden im Emirat Dubai kein Visum erhielt. Hinzu gesellen sich immer wieder merkwürdige Entscheidungen der Sportverbände, durch die israelischen Athleten klare Wettbewerbsnachteile entstehen.

Alex Feuerherdt wird in seinem Vortrag anhand von zahlreichen Fallbeispielen deutlich machen, dass der Antisemitismus im Sport nach wie vor ein höchst akutes Problem ist. Dabei wird er auch der Frage nachgehen, wie der Sport zum Vehikel für antisemitische und antiisraelische Ressentiments werden konnte und inwiefern die Sportverbände bisweilen eher Teil des Problems als Teil der Lösung sind.

Alex Feuerherdt (42) ist Lektor und freier Autor. Er lebt in Köln und schreibt u.a. für die Jüdische Allgemeine, KONKRET, den Tagesspiegel und die Jungle World zu politischen und sportlichen Themen.

Montag, 5. September 2011, 18.00 Uhr
Eimsbütteler Turnverband e.V.
Bundesstraße 96 – 20144 Hamburg
Eintritt frei.

Veranstalter:

  • Hamburg für Israel
  • Eimsbütteler Turnverband e.V.
  • SPD Eimsbüttel

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